Autoflower-Pflanzen blühen nicht wegen kürzerer Nächte, sondern nach einem inneren Zeitplan. Nach rund drei bis fünf Wochen setzt die Blüte ein, egal wie lange das Licht brennt. Für dich heißt das: Jede Woche, in der die Pflanze stockt, fehlt am Ende im Ertrag. Diese Checkliste bündelt die Punkte, die bei automatischen Sorten anders laufen als bei photoperiodischen Pflanzen. Die allgemeinen Routinen findest du in der täglichen Grow-Routine und der wöchentlichen Grow-Kontrolle.

Was einen Autoflower-Grow besonders macht #

Autoflower-Sorten tragen Erbgut von Cannabis ruderalis in sich. Mehr zur Genetik erklärt der Lexikonbeitrag Was sind Autoflower-Sorten?. Praktisch wichtig sind drei Eigenschaften:

  • Die Gesamtlaufzeit vom Keimen bis zur Ernte liegt meist bei 9 bis 12 Wochen (Richtwert, sortenabhängig).
  • Die vegetative Phase ist kurz und lässt sich nicht verlängern.
  • Stress in den ersten Wochen kostet Größe, die die Pflanze später nicht mehr aufholt.

Vor dem Start #

  • Endtopf wählen: 11 bis 15 Liter für die Growbox sind ein bewährter Richtwert, Stofftöpfe fördern die Wurzelbelüftung.
  • Substrat locker und leicht vorgedüngt wählen, etwa Light-Mix-Erde oder Kokos mit Perlite.
  • Growbox reinigen, Lüftung und Aktivkohlefilter vor dem Start testen.
  • Lichtplan in der Zeitschaltuhr einstellen und einen Tag probelaufen lassen.
  • Thermometer und Hygrometer auf Pflanzenhöhe platzieren.
  • Gießwasser vorbereiten und pH-Wert einmal testen.
  • Sortenangaben notieren: erwartete Laufzeit und Wuchshöhe helfen bei der Planung.

Keimung direkt im Endtopf #

  • Samen direkt in den Endtopf setzen oder in einem kleinen Anzuchtwürfel keimen und innerhalb von 1 bis 2 Tagen in den Endtopf geben.
  • Nur ein kleines Pflanzloch (1 bis 1,5 cm tief) im Endtopf leicht anfeuchten, nicht den ganzen Topf durchnässen.
  • Temperatur um 22 bis 25 °C und Luftfeuchte um 65 bis 75 % rF halten (Richtwerte).
  • In den ersten Tagen nur rund um den Keimling gießen.

Kein Umtopfen #

  • Kein Wechsel vom Anzuchttopf in einen größeren Topf, wenn es sich vermeiden lässt.
  • Falls doch nötig: spätestens bis zum zehnten Tag und mit komplettem Wurzelballen.
  • Nach einem Umtopfen drei bis vier Tage keine weiteren Eingriffe.

Lichtplan 20/4 oder 18/6 #

  • Lichtplan von Anfang bis Ende gleich lassen, ein Umstellen auf 12/12 ist nicht nötig.
  • 18/6 oder 20/4 wählen; beide sind verbreitet, 24/0 ist umstritten und spart keine Pflanzenleistung, sondern kostet vor allem Strom.
  • Lichtstärke in der Keimlingsphase bei etwa 200 bis 300 µmol/m²/s halten, in der Wachstumsphase auf 400 bis 600 µmol/m²/s steigern (Richtwerte).
  • In der Blüte 600 bis 900 µmol/m²/s anpeilen, sofern Klima und Düngung mithalten.
LichtplanVorteilNachteil
18/6bewährt, etwas geringerer Stromverbrauchetwas weniger Tageslichtmenge
20/4höhere Tageslichtmenge bei gleicher Lampemehr Wärme und Strom
24/0keineumstritten, keine Ruhephase, hoher Verbrauch

Timing im Wochenverlauf #

  • Woche 1 bis 2: Keimling beobachten, kaum düngen, Substrat nicht zu nass halten.
  • Woche 2 bis 4: Wachstumsphase, leichte Düngung mit Stickstoffbetonung, erstes sanftes Training.
  • Woche 3 bis 5: Vorblüte erkennen, Düngung schrittweise auf Blüte umstellen.
  • Woche 5 bis 8: Stretch beobachten, Lampenabstand nachjustieren, Luftfeuchte auf 45 bis 55 % rF senken.
  • Woche 8 bis 12: Trichome prüfen, Düngung zurückfahren, Ernte vorbereiten.
  • Datum der Keimung notieren und die Wochen im Grow-Tagebuch mitzählen.

Kein Training in der frühen Phase #

  • Kein Topping und kein Fimming vor der dritten Woche, bei schwachwüchsigen Pflanzen ganz verzichten.
  • Sanftes LST ab etwa Woche 3: Haupttrieb vorsichtig zur Seite biegen und fixieren.
  • Kein Supercropping und kein Monster Cropping, die Erholungszeit fehlt.
  • Entlaubung nur sparsam: einzelne Blätter entfernen, die Blütenstände komplett verdecken.
  • Training vor dem Blütebeginn abschließen, danach nur noch Triebe nachführen.

Wie sanftes Biegen genau funktioniert, zeigt die Anleitung LST bei Cannabis durchführen.

Düngen und Gießen #

  • Mit etwa halber Dosis gegenüber photoperiodischen Pflanzen beginnen.
  • EC in der Wachstumsphase um 0,8 bis 1,2 mS/cm, in der Blüte um 1,2 bis 1,6 mS/cm halten (Richtwerte, abhängig von Substrat und Sorte).
  • pH-Wert in Erde bei 6,0 bis 6,8, in Kokos und Hydro bei 5,5 bis 6,2 halten.
  • Gießen, wenn der Topf spürbar leichter geworden ist; nie dauerhaft nass halten.
  • Bei Blattspitzenbrand sofort die Dosis senken.

Ernte #

  • Trichome ab etwa Woche 8 mit Lupe prüfen, nicht nur nach Laufzeitangabe gehen.
  • Bei unterschiedlich reifen Etagen gestaffelt ernten: oben zuerst, unten einige Tage später.
  • Trocknungsplatz vor der Ernte vorbereiten: 18 bis 21 °C und 55 bis 60 % rF.

Typische Fehler auf einen Blick #

  • Zu kleiner Endtopf gewählt.
  • Keimling in zu nasses Substrat gesetzt.
  • Zu früh zu stark gedüngt.
  • Hochstress-Training in der Wachstumsphase.
  • Lichtplan während des Grows umgestellt.

Häufige Fragen #

Kann ich Autoflowers mit photoperiodischen Pflanzen in einer Box ziehen?

Ja, solange die Box auf 18/6 oder 20/4 läuft. Die photoperiodischen Pflanzen bleiben dann aber in der Wachstumsphase. Sobald du auf 12/12 umstellst, bekommen die Autoflowers weniger Licht und bleiben kleiner.

Wie groß werden Autoflowers indoor?

Die meisten Sorten erreichen 50 bis 100 cm Höhe. Topfgröße, Licht und ein ungestörter Start haben großen Einfluss darauf, wo im Bereich eine Pflanze landet.

Brauchen Autoflowers eine Dunkelphase?

Eine Dunkelphase ist nicht zwingend, aber sinnvoll. Vier bis sechs Stunden Dunkelheit sparen Strom, senken die Temperatur in der Box und entsprechen dem natürlichen Rhythmus der Pflanze.

Wann sollte ich mit dem Düngen beginnen?

In vorgedüngter Erde meist erst nach zwei bis drei Wochen. In Kokos braucht die Pflanze von Anfang an eine schwache Nährlösung, weil das Substrat kaum Nährstoffe enthält.