Das Terpenprofil ist die Zusammensetzung der Terpene einer Cannabispflanze, also welche Duft- und Aromastoffe in welchem Mengenverhältnis enthalten sind. Es ist der chemische Fingerabdruck von Geruch und Geschmack einer Sorte.

Was sind Terpene? #

Terpene sind flüchtige Kohlenwasserstoffe, die viele Pflanzen bilden, etwa Zitrusfrüchte, Hopfen, Lavendel oder Nadelbäume. Bei Cannabis entstehen sie vor allem in den Drüsenköpfen der Trichome, zusammen mit den Cannabinoiden. Für die Pflanze dienen sie unter anderem zur Abwehr von Fraßfeinden und zum Schutz vor Stress. In Blüten machen sie meist nur wenige Prozent des Trockengewichts aus, prägen aber den Charakter einer Sorte deutlich.

Wichtige Terpene und ihre Duftnoten #

TerpenDuft und Geschmackkommt auch vor in
Myrcenerdig, moschusartig, fruchtigMango, Hopfen, Thymian
LimonenZitrus, frischZitronen- und Orangenschalen
Beta-Caryophyllenpfeffrig, würzig, holzigschwarzer Pfeffer, Nelken
Alpha-PinenKiefer, harzigNadelbäume, Rosmarin
Linaloolblumig, LavendelLavendel, Koriander
Humulenherb, hopfig, holzigHopfen
Terpinolenfrisch, kräuterig, leicht süßFlieder, Apfel, Teebaum

Ein Terpenprofil nennt meist die drei bis fünf dominanten Terpene. Laboranalysen geben die Mengen in Prozent oder in mg pro Gramm an.

Wirkung: Was bekannt ist und was nicht #

Terpene sind der Grund, warum zwei Sorten mit ähnlichem THC-Gehalt völlig unterschiedlich riechen und schmecken. Ob sie darüber hinaus die Wirkung von Cannabis mitprägen, wird unter dem Begriff Entourage-Effekt diskutiert. Die Datenlage beim Menschen ist bisher dünn. Zuschreibungen wie „Myrcen macht müde“ oder „Limonen hebt die Stimmung“ sind verbreitet, aber nicht belastbar belegt und sollten als Erfahrungswerte verstanden werden.

Praxisbezug im Grow #

Welche Terpene eine Pflanze bilden kann, legt die Genetik fest. Wie viel davon am Ende im Glas ankommt, entscheidet der Grower:

  • Klima in der späten Blüte: Zu hohe Temperaturen über etwa 28 °C lassen Terpene verdunsten.
  • Erntezeitpunkt: Unreife und überreife Blüten riechen oft flacher.
  • Trocknung: Langsam bei 18 bis 21 °C und 55 bis 60 % rF trocknen, nicht warm und schnell.
  • Curing: Luftdicht gelagert und regelmäßig gelüftet entwickelt sich das Aroma über Wochen weiter. Die Anleitung dazu: Cannabis richtig curen im Glas.

Wie sich Stressfaktoren, Licht und Nährstoffe auf die Terpenbildung auswirken, vertieft der Beitrag Terpen-Maximierung.

Häufige Fragen #

Kann ich das Terpenprofil am Geruch erkennen?

Grob ja. Zitrusnoten deuten auf Limonen, Kiefernduft auf Pinen, Pfeffer auf Caryophyllen. Das genaue Verhältnis lässt sich aber nur im Labor bestimmen.

Verändert sich das Terpenprofil beim Curing?

Ja. Einige flüchtige Terpene gehen verloren, gleichzeitig verschwinden grasige Noten aus dem Chlorophyllabbau. Das Aroma wirkt danach meist runder und sortentypischer.