Beim Trimmen fallen Zuckerblätter und kleine Blütenreste an, die voller Trichome stecken. Statt sie zu kompostieren, kannst du die Harzdrüsen mechanisch abtrennen. Die bekannteste Methode ist die Eiswasser-Extraktion, deren Ergebnis als Bubble Hash bezeichnet wird. Sie kommt ohne Lösungsmittel aus und braucht nur Wasser, Eis, Kälte und feine Siebbeutel.
Das Prinzip der Eiswasser-Extraktion #
Trichome werden bei Kälte spröde und brechen leicht vom Pflanzenmaterial ab. Im eiskalten Wasser genügt sanftes Rühren, damit sie sich lösen. Da die Harzköpfchen schwerer als Wasser sind, sinken sie ab, während Blattmaterial eher oben schwimmt. Anschließend trennen Siebbeutel mit unterschiedlicher Maschenweite die Trichome nach Größe.
Die Siebbeutel, oft Bubble Bags oder nach einem frühen Produktnamen auch Ice-o-Lator genannt, werden ineinander in einen Eimer gehängt. Die gröbste Maschenweite liegt innen, die feinste außen.
| Maschenweite | Typischer Inhalt |
|---|---|
| 220 µm | Arbeitsbeutel, hält Pflanzenmaterial zurück |
| 160 bis 190 µm | große Trichome, oft mit Pflanzenresten |
| 120 µm | große, reife Trichomköpfe, gute Qualität |
| 73 bis 90 µm | meist die beste Fraktion mit reinen Harzköpfen |
| 45 µm | kleinere und unreife Köpfe, mittlere Qualität |
| 25 µm | sehr feine Partikel, oft mit Verunreinigungen |
Für den Einstieg reicht ein Set mit drei bis vier Beuteln, zum Beispiel 220, 120, 73 und 25 µm.
Was du brauchst #
- Trim und kleine Blütenreste, idealerweise frisch getrimmt oder direkt eingefroren
- Ein Set Siebbeutel und zwei Eimer mit je 15 bis 20 Litern
- Viel Eis, grob gerechnet ebenso viel Eis wie Pflanzenmaterial in Volumen, eher mehr
- Kaltes Wasser, am besten vorher im Kühlschrank heruntergekühlt
- Einen langen Kochlöffel oder Rührstab aus Holz oder Kunststoff
- Einen Löffel, Backpapier, ein feines Küchensieb und saubere Pappe oder ein Tablett zum Trocknen
- Optional einen Handmixer mit Rührbesen ohne scharfe Kanten
Friere das Material nach dem Trimmen in Beuteln ein. Gefrorene Trichome brechen besonders leicht ab. Beim Nass-Trimmen fällt dafür besonders viel frisches Material an, beim Trocken-Trimmen ist der Trim bereits getrocknet und funktioniert ebenfalls.
Schritt für Schritt zum Bubble Hash #
Beutel einhängen
Hänge die Siebbeutel von fein nach grob ineinander in den leeren Eimer, der feinste ganz außen, der 220-µm-Arbeitsbeutel ganz innen.
Befüllen
Gib eine Schicht Eis in den Arbeitsbeutel, darauf den gefrorenen Trim, dann wieder Eis. Fülle mit kaltem Wasser auf, bis alles bedeckt ist.
Einweichen
Lass die Mischung etwa 15 Minuten stehen, damit alles gleichmäßig durchkühlt. Die Temperatur sollte nahe 0 °C liegen, Richtwert unter 4 °C.
Rühren
Rühre 10 bis 15 Minuten gleichmäßig und kräftig, aber nicht hektisch. Das Material soll sich im Kreis bewegen, ohne zerfetzt zu werden.
Absetzen lassen
Warte 15 bis 30 Minuten. Die gelösten Trichome sinken in dieser Zeit nach unten durch die Beutel.
Arbeitsbeutel entnehmen
Hebe den 220-µm-Beutel langsam heraus und lass ihn abtropfen. Das Pflanzenmaterial darin bleibt für weitere Durchgänge.
Beutel nacheinander herausheben
Jeder Beutel wird langsam hochgezogen, das Wasser läuft ab, auf dem Siebboden bleibt das Harz zurück.
Ernten
Spüle das Harz vorsichtig mit wenig kaltem Wasser in die Mitte des Siebbodens. Drücke den Beutel von außen mit einem Tuch aus und löse das Harz mit einem Löffel ab.
Weitere Durchgänge
Wiederhole Rühren und Filtern mit dem gleichen Pflanzenmaterial zwei- bis dreimal. Die ersten Durchgänge liefern die beste Qualität, spätere mehr Menge mit mehr Verunreinigungen.
Die richtige Rührtechnik #
Die Rührtechnik bestimmt die Qualität. Zu wenig Bewegung löst kaum Trichome, zu viel zerkleinert das Pflanzenmaterial, und feine Blattpartikel landen im Harz.
- Erster Durchgang kurz und sanft: 5 bis 10 Minuten liefern die reinsten Trichome.
- Spätere Durchgänge etwas länger: 10 bis 15 Minuten, dafür mit geringerer Qualität.
- Handmixer nur auf niedriger Stufe: Er erleichtert die Arbeit, erhöht aber das Risiko für Pflanzenpartikel.
- Eis nachfüllen: Schmilzt das Eis, steigt die Temperatur und die Trichome werden klebrig. Halte das Wasser konstant kalt.
Hash richtig trocknen #
Frischer Bubble Hash enthält viel Wasser. Wird er nicht schnell und gründlich getrocknet, schimmelt er. Die Trocknung ist deshalb der kritischste Schritt.
Wasser herausdrücken
Lege das Harz auf ein Stück Backpapier oder ein feines Sieb und drücke überschüssiges Wasser vorsichtig mit Küchenpapier von außen ab.
Zerkleinern
Streiche das feuchte Harz durch ein feines Küchensieb oder zerbrösle es mit einem Löffel. Je feiner die Krümel, desto schneller trocknen sie.
Flach ausbreiten
Verteile die Krümel dünn auf Backpapier oder Pappe.
Kühl und dunkel trocknen
Richtwerte sind 15 bis 20 °C und 45 bis 55 % relative Luftfeuchte, dunkel, mit leichter, indirekter Luftbewegung.
Wenden
In den ersten Tagen täglich vorsichtig wenden und weiter auflockern.
Die Trocknung dauert je nach Menge und Klima etwa eine bis zwei Wochen. Fertig ist der Hash, wenn er sich trocken anfühlt und beim Zusammendrücken nicht mehr feucht wirkt. Erst dann kommt er in ein luftdichtes Glas. Für die Aufbewahrung gelten ähnliche Regeln wie bei Blüten, siehe den Ratgeber zu Einmachgläsern für die Lagerung.
Backofen, Heizung oder Föhn beschleunigen zwar die Trocknung, zerstören aber Terpene und schmelzen das Harz. Wärme ist beim Hash immer die falsche Abkürzung.
Qualitätsstufen erkennen #
Die Qualität von Bubble Hash wird oft in Sternen von 1 bis 6 angegeben. Die Einstufung ist keine Norm, sondern eine gängige Orientierung:
| Stufe | Merkmale |
|---|---|
| 1 bis 2 Sterne | viel Pflanzenmaterial, grünlich, eher für die Weiterverarbeitung |
| 3 bis 4 Sterne | überwiegend Harz, hellbraun bis blond, gute Qualität |
| 5 bis 6 Sterne | nahezu reine Harzköpfe, sehr hell, schmilzt bei Hitze fast rückstandslos (Full Melt) |
Die höchste Qualität liefern meist die Fraktionen zwischen 73 und 120 µm aus dem ersten Durchgang. Mit der Lupe siehst du, wie rein eine Fraktion ist: Intakte, runde Köpfe sprechen für gute Arbeit, viele Stiele und Blattfetzen für zu starkes Rühren. Wie Trichome aufgebaut sind, erklärt der Lexikon-Eintrag Was sind Trichome?.
Typische Fehler #
- Zu warmes Wasser: Harz verklebt und bleibt am Pflanzenmaterial.
- Zu grobes Rühren: Viel Pflanzenmaterial im Endprodukt.
- Zu dicke Schichten beim Trocknen: Außen trocken, innen feucht, Schimmel ist die Folge.
- Mit Resten von Schädlingen oder Schimmel arbeiten: Befallenes Material gehört nicht in die Extraktion.
Häufige Fragen #
Wie viel Hash bekomme ich aus Trim?
Das hängt stark von Sorte, Material und Technik ab. Zuckerblätter mit vielen Trichomen liefern deutlich mehr als große Fächerblätter, die kaum Harz tragen. Fächerblätter lohnen den Aufwand in der Regel nicht.
Kann ich getrockneten Trim verwenden?
Ja. Getrockneter Trim funktioniert, bringt aber meist etwas mehr Pflanzenstaub ins Harz, weil die Blätter brüchiger sind. Rühre dann besonders sanft und kurz. Wie Trim beim Trocken-Trimmen anfällt, zeigt die Anleitung Dry Trimming Schritt für Schritt.
Wie lange muss Bubble Hash trocknen?
Etwa ein bis zwei Wochen bei kühlen Bedingungen. Entscheidend ist nicht die Zeit, sondern dass er vollständig durchgetrocknet ist, bevor er luftdicht gelagert wird.
Brauche ich unbedingt Bubble Bags?
Für eine saubere Trennung nach Größe ja. Mit einem einzelnen feinen Sieb kommt zwar ebenfalls Harz zusammen, die Qualitätsstufen lassen sich damit aber kaum trennen.
Fazit #
Bubble Hash aus Trim ist ein einfaches Verfahren: eiskaltes Wasser, sanftes Rühren, Siebbeutel von grob nach fein und vor allem eine sorgfältige, kühle Trocknung. Die besten Ergebnisse liefern gefrorener Trim, ein kurzer erster Durchgang und die mittleren Maschenweiten.


