VPD-Deficit ist eine im Grow-Jargon verbreitete, doppelt gemoppelte Bezeichnung für das Dampfdruckdefizit (Vapor Pressure Deficit, VPD): die Differenz zwischen dem Sättigungsdampfdruck der Luft und dem tatsächlich vorhandenen Wasserdampfdruck, angegeben in kPa.

Einordnung #

Das „D“ in VPD steht bereits für Deficit, gemeint ist also dasselbe wie mit VPD. Das Defizit ist die treibende Kraft der Transpiration: Je größer der Unterschied zwischen dem feuchten Inneren des Blattes und der umgebenden Luft, desto schneller verdunstet Wasser über die Spaltöffnungen. Mit diesem Wasserstrom zieht die Pflanze Nährstoffe aus den Wurzeln nach oben.

Berechnung #

  1. Sättigungsdampfdruck bestimmen

    Näherungsweise mit der Magnus-Formel: SVP (kPa) = 0,6108 × e^(17,27 × T / (T + 237,3)), T in °C.

  2. Tatsächlichen Dampfdruck berechnen

    SVP × relative Luftfeuchte / 100.

  3. Differenz bilden

    VPD = SVP − tatsächlicher Dampfdruck.

Rechenbeispiel: Bei 25 °C liegt der Sättigungsdampfdruck bei etwa 3,17 kPa. Bei 60 % rF sind rund 1,90 kPa vorhanden, das Defizit beträgt also etwa 1,27 kPa. Wer es genauer will, setzt für den Sättigungsdampfdruck die Blatttemperatur statt der Lufttemperatur ein; das Ergebnis heißt dann Blatt-VPD.

Optimale Bereiche (Richtwerte) #

PhaseVPD
Stecklinge, Sämlinge0,4 bis 0,8 kPa
Wachstumsphase0,8 bis 1,2 kPa
Blüte1,0 bis 1,5 kPa

Steuerung #

  • VPD zu niedrig: Luftfeuchte senken (Abluft erhöhen, Entfeuchter) oder Temperatur leicht anheben.
  • VPD zu hoch: Luftfeuchte erhöhen (Befeuchter, weniger Abluft) oder Temperatur senken.
  • Luftbewegung: Eine gute Umluft verhindert feuchte Luftpolster direkt an den Blättern.

In der Praxis nutzt kaum jemand die Formel täglich, sondern eine Tabelle; siehe VPD-Chart. Zielwerte für jede Phase im Detail liefert der VPD-Masterguide.