Umluft bezeichnet im Indoor-Grow die Luftbewegung innerhalb der Growbox oder des Growrooms, die meist durch einen oder mehrere Ventilatoren erzeugt wird, ohne dass dabei Luft nach draußen gelangt. Anders als die Abluft tauscht die Umluft keine Luft aus, sondern wälzt die vorhandene Luft um.

Einordnung: Abluft, Zuluft und Umluft #

Ein funktionierendes Klimasystem besteht aus drei Bausteinen. Die Abluft saugt warme, feuchte und geruchsbeladene Luft über einen Aktivkohlefilter nach draußen, meist mit einem Inline-Lüfter. Die Zuluft strömt als Ersatz frische Luft nach. Die Umluft sorgt dafür, dass sich diese Luft in der Box gleichmäßig verteilt. Wie die drei zusammenspielen, beschreibt der Beitrag Growbox-Belüftung einrichten.

Vorteile eines Umluftventilators #

  • Keine Wärmepolster: Unter der Lampe staut sich sonst warme Luft, während es am Boden kühler bleibt.
  • Weniger Schimmelrisiko: Bewegte Luft verhindert feuchte Mikroklimata zwischen dichten Blättern und Blüten.
  • Bessere Verdunstung: Die Grenzschicht direkt an der Blattoberfläche wird ständig erneuert, Transpiration und CO2-Aufnahme laufen gleichmäßiger.
  • Kräftigere Stängel: Leichte Bewegung regt die Pflanze an, stabileres Gewebe zu bilden.
  • Weniger Schädlinge: Fliegende Schädlinge wie Trauermücken fühlen sich in bewegter Luft weniger wohl.

Positionierung in der Praxis #

Ideal ist eine sanfte, indirekte Luftbewegung: Die Blätter sollten sich leicht bewegen, aber nicht dauerhaft flattern. Bewährt haben sich Clip-Ventilatoren an den Stangen der Box, einer oberhalb der Pflanzen und einer auf Höhe der Töpfe. Richte sie eher gegen die Boxwand oder quer über das Blätterdach als direkt auf einzelne Pflanzen. Oszillierende Modelle verteilen den Luftstrom zusätzlich; mehr dazu im Beitrag Oszillierender Clip-Fan im Grow.

Die richtige Stärke wählen #

Als Faustregel reicht in einer 60 × 60 cm Box ein kleiner Clip-Ventilator mit etwa 15 cm Durchmesser. Ab 80 × 80 cm sind zwei Ventilatoren sinnvoll, ab 120 × 120 cm zwei bis drei größere Modelle. Dauerhafter, starker Wind direkt auf die Blätter führt zu Windbrand: Die Blätter krallen sich, trocknen an den Rändern aus und wirken zerzaust. Stufenlos regelbare Geräte erleichtern die Feinabstimmung. Die Umluft läuft in der Regel rund um die Uhr, auch in der Dunkelphase, weil gerade nachts die Luftfeuchte steigt.