Schwazzing ist eine extreme Form der Defoliation, bei der eine Cannabispflanze zweimal in der Blütephase – kurz nach der Umstellung auf 12/12 und etwa drei Wochen später – nahezu alle großen Fächerblätter verliert. Der Name geht auf einen US-amerikanischen Grower zurück, der die Methode bekannt gemacht hat.
Einordnung #
Während bei einer normalen Defoliation nur einzelne Blätter entfernt werden, die Blütenstände beschatten oder die Luftzirkulation behindern, geht Schwazzing deutlich weiter. Die Idee: Ohne Blattmasse fällt das Licht direkt auf die Blütenansätze, die Luft zirkuliert besser, und die Pflanze soll ihre Energie stärker in die Blütenbildung lenken. Nach jedem Eingriff treibt die Pflanze neue, kleinere Blätter aus.
Zeitpunkt #
| Eingriff | Zeitpunkt (Richtwert) | Was entfernt wird |
|---|---|---|
| Erster Schnitt | Um Tag 1 der Blüte | Nahezu alle Fächerblätter, oft auch schwache untere Triebe |
| Zweiter Schnitt | Um Tag 21 der Blüte | Erneut der Großteil der nachgewachsenen Fächerblätter |
Vorteile und Risiken #
Befürworter berichten von dichteren Blüten, besserem Luftaustausch und geringerem Schimmelrisiko. Belastbare Vergleichsdaten dazu fehlen jedoch, und die Methode ist unter Growern umstritten.
Die Risiken sind klar benennbar:
- Starker Stress: Blätter sind die Energiequelle der Pflanze. Zu viel Verlust kann Wachstum und Ertrag senken.
- Nur für kräftige Pflanzen: Schwache, kranke oder gestresste Pflanzen erholen sich schlecht.
- Sortenabhängig: Schmalblättrige, langsam wachsende Genetiken und Autoflower vertragen den Eingriff meist schlechter.
- Hohe Ansprüche an das Setup: Die Methode setzt kräftiges Licht, gute Nährstoffversorgung und ein stabiles Klima voraus.
Wer Schwazzing ausprobieren möchte, testet es am besten zuerst an einer einzelnen, besonders vitalen Pflanze. Für die meisten Eigenanbauer ist eine gemäßigte Defoliation kombiniert mit Lollipopping die sicherere Wahl. Das Für und Wider des Entlaubens diskutiert der Ratgeber Defoliation bei Cannabis: Ja oder Nein?, das Entfernen der unteren Triebe erklärt die Anleitung zum Lollipopping.




