Curing ist die kontrollierte Nachreifung getrockneter Blüten in luftdicht verschlossenen Gläsern. Dabei gleicht sich die Restfeuchte aus, Chlorophyll wird abgebaut, und Aroma sowie Rauch werden runder. Die Grundlagen erklärt unser Lexikonbeitrag Was bedeutet Curing bei Cannabis?. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Befüllen der Gläser findest du unter Cannabis richtig curen im Glas.

Diese Checkliste ist für den Alltag gedacht: Sie sagt dir, was du in welcher Woche prüfen und tun solltest. Drucke sie aus oder übertrage sie in dein Grow-Tagebuch.

Zielwerte auf einen Blick #

ParameterRichtwert
Luftfeuchte im Glas58 bis 62 % rF
Raumtemperatur16 bis 21 °C
Lichtdunkel
Füllhöhe der Gläseretwa drei Viertel
Mindestdauer2 Wochen, besser 4 bis 8 Wochen

Vor dem Start #

  • Trocknung abgeschlossen: kleine Stiele knacken beim Biegen
  • Gläser sauber, trocken und geruchsneutral
  • Ein Hygrometer pro Glas oder mindestens ein Referenzglas pro Charge
  • Hygrometer auf Genauigkeit geprüft, zum Beispiel mit einem Salztest
  • Gläser mit Sorte, Erntedatum und Startdatum des Curings beschriftet
  • Dunkler, kühler Lagerplatz ohne starke Temperaturschwankungen gewählt
  • Curing-Protokoll angelegt: Datum, Luftfeuchte, Geruch, Auffälligkeiten

Woche 1: Täglich kontrollieren #

Die erste Woche ist die kritischste. Hier entweicht die meiste Restfeuchte aus dem Inneren der Blüten.

  • Jedes Glas ein- bis dreimal täglich für 10 bis 15 Minuten öffnen
  • Luftfeuchte vor dem Öffnen ablesen und notieren
  • Über 70 % rF: Blüten für einige Stunden an der Luft nachtrocknen lassen
  • 65 bis 70 % rF: länger und häufiger lüften
  • Unter 55 % rF: Glas geschlossen lassen, gegebenenfalls ein 62-%-Feuchtepack einlegen
  • Geruch prüfen: frisch und sortentypisch ist gut, Heu oder Ammoniak sind Warnsignale
  • Buds beim Öffnen leicht durchschwenken, damit keine Blüten aneinanderkleben
  • Blüten auf Schimmel prüfen: weißer, grauer oder bläulicher Flaum

Woche 2: Täglich kurz lüften #

  • Gläser einmal täglich für einige Minuten öffnen
  • Luftfeuchte ablesen und notieren, Ziel 58 bis 62 % rF
  • Buds umschichten: Glas vorsichtig drehen oder Blüten mit sauberen Händen umlagern, damit unten liegende Blüten nicht zusammendrücken
  • Geruchsentwicklung notieren: Der grasige Unterton sollte langsam nachlassen
  • Stabil im Zielbereich? Dann Feuchtepacks einlegen, falls gewünscht

Woche 3 und 4: Alle zwei bis drei Tage #

  • Gläser alle zwei bis drei Tage kurz öffnen
  • Luftfeuchte weiterhin notieren
  • Buds einmal pro Woche umschichten
  • Erste Qualitätsnotiz anlegen: Aroma, Konsistenz, Aussehen
  • Feuchtepacks prüfen: steif und hart bedeutet verbraucht
  • Temperatur am Lagerplatz kontrollieren, besonders in warmen Monaten

Woche 5 bis 8: Einmal pro Woche #

  • Gläser einmal wöchentlich öffnen und riechen
  • Luftfeuchte ablesen, Abweichungen korrigieren
  • Qualitätsnotiz ergänzen: Wie hat sich das Aroma entwickelt?
  • Vergleichsprobe gegen die Notiz aus Woche 3 und 4
  • Entscheiden, ob die Charge in die Langzeitlagerung geht

Qualität notieren #

Ein kurzes Protokoll macht jede Ernte besser vergleichbar. Diese Punkte sind sinnvoll:

  • Geruch beim Öffnen: Intensität und Richtung, zum Beispiel fruchtig, erdig, würzig
  • Konsistenz: bricht die Blüte sauber oder ist sie noch schwammig oder schon bröselig
  • Farbe: sattes Grün oder Verbräunungen
  • Luftfeuchte-Verlauf über die Wochen
  • Besonderheiten wie Schimmelverdacht, Nachtrocknen oder Pack-Wechsel

Wer sein Protokoll mit den Daten aus Wachstum und Blüte verknüpft, erkennt über mehrere Durchgänge, welche Trocknung und welcher Erntezeitpunkt die besten Ergebnisse liefern.

Langzeitlagerung ab Woche 8 #

  • Gläser nur noch alle zwei bis vier Wochen öffnen
  • Feuchtepacks mit 58 oder 62 % nutzen, siehe Was bedeutet Boveda-Pack?
  • Kühl und dunkel lagern, möglichst konstant unter 21 °C
  • Gläser nicht halbleer lassen: Viel Luft im Glas fördert Oxidation, Restmengen in kleinere Gläser umfüllen
  • Beschriftung mit Datum der letzten Kontrolle ergänzen

Häufige Fehlerquellen im Wochenrhythmus #

  • Burpen in Woche 1 vergessen
  • Luftfeuchte nur geschätzt statt gemessen
  • Gläser im warmen Raum oder auf der Fensterbank
  • Feuchtepacks zu früh eingelegt, bevor die Blüten ausgeglichen sind
  • Keine Notizen, dadurch keine Lerneffekte für den nächsten Durchgang

Häufige Fragen #

Wie oft muss ich die Gläser beim Curing öffnen?

In der ersten Woche ein- bis dreimal täglich, in der zweiten Woche einmal täglich, danach alle zwei bis drei Tage und ab Woche fünf einmal wöchentlich.

Wie lange dauert das Curing?

Mindestens zwei Wochen, die meisten Grower curen vier bis acht Wochen. Manche Sorten gewinnen auch nach mehreren Monaten noch an Aroma.

Was bedeutet Buds umschichten?

Die Blüten im Glas werden bewegt, damit sie nicht zusammenpressen und alle Seiten gleichmäßig Luft bekommen. Ein vorsichtiges Drehen des geschlossenen Glases reicht meist aus.

Kann ich das Curing abkürzen?

Nach zwei Wochen ist ein deutlicher Unterschied spürbar. Eine kürzere Phase ist möglich, Aroma und Rauch bleiben dann aber rauer.