Curing ist die kontrollierte Nachreifung getrockneter Cannabisblüten in luftdicht verschlossenen Behältern, meist Gläsern, über mehrere Wochen. Der Begriff stammt aus dem Englischen („to cure“ = haltbar machen, reifen lassen) und wird im Deutschen oft auch mit „Aushärten“ oder „Nachreifen“ umschrieben. Umgangssprachlich ist häufig von Fermentierung die Rede, streng genommen handelt es sich aber vor allem um eine langsame, enzymatische Nachreifung und nicht um eine Gärung im engeren Sinne.

Einordnung #

Curing ist der letzte Schritt der Nachernte-Verarbeitung: Ernte, Trimmen, Trocknen, Curing. Die Trocknung entzieht den Blüten den Großteil ihres Wassers. Danach sind sie außen trocken, im Inneren steckt aber noch Restfeuchte. Genau hier setzt das Curing an.

Was beim Curing passiert #

  • Feuchtigkeitsregulierung: Im geschlossenen Glas wandert die Restfeuchte aus dem Inneren der Blüte nach außen. Die Blüte wird gleichmäßig durchfeuchtet, statt außen spröde und innen feucht zu sein.
  • Chlorophyll-Abbau: Enzyme bauen Chlorophyll und Reste von Stärke und Zucker weiter ab. Das sorgt für einen weniger grasigen Geschmack und einen milderen Rauch.
  • Terpenschutz: Bei moderaten Temperaturen und im geschlossenen Behälter verfliegen flüchtige Aromastoffe langsamer als an der offenen Luft.

Praxisbezug #

Als Richtwerte gelten eine relative Luftfeuchte von 58 bis 62 % im Glas und 16 bis 21 °C an einem dunklen Ort. In den ersten ein bis zwei Wochen werden die Gläser täglich kurz geöffnet („Burpen“), damit Feuchtigkeit und Gase entweichen. Nach etwa zwei Wochen ist ein Unterschied spürbar, die meisten Grower curen vier bis acht Wochen.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Burp-Plan findest du unter Cannabis richtig curen im Glas. Hintergründe zu den chemischen Prozessen erklärt der Beitrag Curing: Cannabis-Fermentierung für bestes Aroma. Zum stabilen Halten der Luftfeuchte werden oft Zwei-Wege-Feuchtigkeitspacks eingesetzt, siehe Was bedeutet Boveda-Pack?.