Die weißen Körnchen in fast jeder Growerde sind kein Dünger und kein Styropor, sondern Perlite. Das Material sorgt dafür, dass Erde locker bleibt, überschüssiges Wasser abfließt und die Wurzeln genug Luft bekommen. Wer seine eigene Grow-Erde mischt oder eine zu schwere Blumenerde verbessern will, kommt an Perlite kaum vorbei. Hier erfährst du, wie viel du brauchst und worauf du beim Mischen achten solltest.

Was ist Perlite? #

Perlite ist ein natürliches vulkanisches Gestein. Es enthält etwas eingeschlossenes Wasser. Wird das Rohgestein stark erhitzt, verdampft dieses Wasser, und das Gestein bläht sich wie Popcorn auf ein Vielfaches seines Volumens auf. Übrig bleiben leichte, poröse Körner.

Für den Grow sind vier Eigenschaften wichtig:

  • Strukturstabil: Perlite zersetzt sich nicht und fällt auch nach Monaten nicht zusammen.
  • pH-neutral: Es verändert den pH-Wert des Substrats praktisch nicht.
  • Nährstofffrei: Es bringt keine Nährstoffe mit und bindet kaum welche.
  • Steril: Nach der Herstellung ist es frei von Keimen und Unkrautsamen.

Vorteile im Cannabis-Grow #

Drainage: Zwischen den Perlitekörnern entstehen grobe Poren, durch die überschüssiges Wasser schnell abläuft. Staunässe wird so deutlich unwahrscheinlicher.

Belüftung: Nach dem Abfließen füllen sich diese Poren mit Luft. Cannabiswurzeln brauchen Sauerstoff, und in dichter Erde wird er schnell knapp. Warum das so wichtig ist, erklärt der Artikel Wurzelbelüftung im Cannabis-Grow.

Leichtes Substrat: Perlite macht große Töpfe leichter und die Erde lockerer. Wurzeln durchdringen sie leichter.

Weniger Verdichtung: Erde sackt mit jedem Gießen etwas zusammen. Perlite hält die Struktur offen.

Wie viel Perlite gehört in die Erde? #

Die richtige Menge hängt davon ab, wie schwer die Ausgangserde ist und wie du gießt. Die Angaben beziehen sich auf das Volumen.

EinsatzPerlite-Anteil (Richtwert)Hinweis
Vorgemischte Grow-Erde0 bis 10 % zusätzlichenthält meist bereits Perlite
Normale Blumenerde20 bis 30 %Standard für Cannabis in Erde
Schwere, torfreiche Erde30 bis 40 %verhindert Verdichtung und Staunässe
Anzucht- und Stecklingserde30 bis 50 %sehr luftig, fördert Wurzelbildung
Kokos20 bis 40 %beliebt für schnelle Abtrocknung und viel Luft

Für die meisten Grower sind 20 bis 30 % Perlite in normaler Erde ein guter Ausgangspunkt. Das entspricht etwa einem Teil Perlite auf drei bis vier Teile Erde.

Perlite richtig mit Erde mischen #

  1. Staub binden

    Perlite ist staubig. Befeuchte es vor dem Mischen leicht mit einer Sprühflasche oder Gießkanne und trage eine Staubmaske.

  2. Mengen abmessen

    Nutze einen Eimer als Maß, zum Beispiel drei Eimer Erde und einen Eimer Perlite.

  3. Auf einer Plane mischen

    Erde und Perlite auf einer Plane oder in einer großen Wanne gründlich durchmischen, bis die Körner gleichmäßig verteilt sind.

  4. Leicht anfeuchten

    Die fertige Mischung sollte sich feucht anfühlen, aber beim Zusammendrücken nicht tropfen.

  5. Locker einfüllen

    Mische in den Topf füllen und nur leicht andrücken. Nicht verdichten.

Mehr zur Vorbereitung des Substrats vor dem Einpflanzen liefert unsere Checkliste Substrat-Vorbereitung.

Korngröße wählen #

Perlite gibt es in verschiedenen Körnungen. Für Töpfe ab etwa 7 Litern hat sich eine mittlere bis grobe Körnung bewährt, weil sie mehr Luftporen bildet. Feine Körnung eignet sich eher für Anzuchterde und kleine Töpfe.

Häufige Probleme #

  • Perlite schwimmt auf: Beim Gießen steigen einzelne Körner nach oben. Das ist normal und unproblematisch. Weniger passiert es, wenn du die Mischung vor dem Befüllen gut anfeuchtest.
  • Grüner Belag: Algen auf Perlite an der Oberfläche entstehen bei viel Licht und Feuchtigkeit. Eine Abdeckung der Oberfläche hilft.
  • Zu schnelle Austrocknung: Bei hohem Anteil und kleinen Töpfen trocknet das Substrat in warmen Growboxen schnell aus. Anteil reduzieren oder größere Töpfe wählen.

Kann man Perlite wiederverwenden? #

Ja. Perlite zersetzt sich nicht und lässt sich viele Male nutzen.

  • Alte Erde durchsieben oder Perlite beim Gießen mit Wasser herausschwemmen, da es aufschwimmt.
  • Wurzelreste entfernen und das Perlite gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Bei früheren Problemen mit Schädlingen oder Wurzelfäule das Material mit heißem Wasser überbrühen oder im Ofen trocken erhitzen.
  • Getrocknet und in einem verschlossenen Sack lagern.

In Living-Soil-Systemen wird die Erde als Ganzes wiederverwendet. Das enthaltene Perlite bleibt einfach darin.

Alternativen zu Perlite #

MaterialEigenschaftenBesonders geeignet für
Vermiculitespeichert viel Wasser und Nährstoffe, lockert weniger starkAnzucht, sehr durchlässige Mischungen
Blähtongrob, schwer, stabile DrainageDrainageschicht, Hydro, sehr große Töpfe
Bimsähnlich luftig wie Perlite, schwerer, schwimmt nicht aufLiving Soil, organische Mischungen
Kokosfasern oder -chipslockern und speichern WasserErde-Kokos-Mischungen
Zeolithspeichert Nährstoffe und Feuchtigkeitals Zusatz in kleinen Mengen, siehe Zeolith im Cannabis-Anbau

Perlite und Vermiculite werden oft verwechselt. Perlite sorgt vor allem für Luft und Drainage, Vermiculite eher für Wasserspeicherung. Für Cannabis in Erde ist Perlite meist die bessere Wahl.

Häufige Fragen #

Wie viel Perlite in die Erde für Cannabis?

Als Richtwert 20 bis 30 % des Volumens in normaler Blumenerde. Bei schwerer Erde darf es mehr sein, bei vorgemischter Grow-Erde oft deutlich weniger.

Ist Perlite schädlich?

Das fertige Material ist chemisch inert und für Pflanzen unbedenklich. Der Staub kann aber Atemwege und Augen reizen. Befeuchte Perlite vor dem Mischen und trage eine Staubmaske.

Kann ich Perlite ohne Erde verwenden?

Als alleiniges Substrat eignet sich Perlite kaum, da es fast kein Wasser hält. In speziellen Hydro-Systemen oder zur Stecklingsbewurzelung wird es gelegentlich pur oder gemischt mit Vermiculite eingesetzt.

Perlite oder Vermiculite für Stecklinge und Keimlinge?

Für die Anzucht wird oft eine Mischung aus beidem genutzt: Perlite sorgt für Luft, Vermiculite hält die Feuchtigkeit gleichmäßig. Ein Verhältnis von etwa einem Teil jeweils auf zwei bis drei Teile Anzuchterde ist ein guter Ausgangspunkt.

Brauche ich bei gekaufter Grow-Erde zusätzliches Perlite?

Meist nicht. Viele Grow-Erden enthalten bereits ausreichend Perlite. Wirkt die Erde schwer und bleibt lange nass, kannst du 10 bis 20 % zusätzlich einmischen.