Vertical Farming ist der Anbau von Pflanzen in mehreren übereinander angeordneten Ebenen, meist in geschlossenen Räumen unter künstlicher Beleuchtung und mit vollständig kontrolliertem Klima. Im Deutschen spricht man auch von Vertikalanbau oder mehrstöckigem Anbau, im Englischen oft von rack growing.
Konzept #
Statt die Fläche nur einmal zu nutzen, stehen Pflanzen in Regalsystemen auf zwei, drei oder mehr Etagen. Das Konzept stammt ursprünglich aus dem Anbau von Salaten, Kräutern und Microgreens, die flach wachsen und schnell geerntet werden. Jede Ebene hat eigene Lampen, meist flache LED-Leisten mit geringer Wärmeabstrahlung, sowie eine eigene Bewässerung, häufig als Hydroponik oder Fertigation. Klima, Licht und Nährstoffe werden zentral gesteuert.
Vorteile #
- Höhere Flächenausbeute: Die gleiche Grundfläche trägt ein Vielfaches an Pflanzen.
- Kontrolliertes Klima: Unabhängigkeit von Wetter und Jahreszeit.
- Effiziente Wassernutzung, vor allem bei rezirkulierenden Systemen.
- Kurze Wege und Standardisierung in professionellen Anlagen.
Herausforderungen #
- Wärme und Luftführung: Jede Ebene erzeugt Wärme; Luft muss gezielt zwischen die Regale geführt werden, sonst entstehen feuchte Nester.
- Pflanzenhöhe: Der Abstand zwischen den Ebenen begrenzt die Pflanzengröße.
- Energiebedarf: Da das gesamte Licht künstlich ist, sind die Stromkosten hoch.
- Arbeit in der Höhe: Obere Ebenen sind schwer zugänglich, was Pflege und Kontrolle erschwert.
Anwendung bei Cannabis #
Im Cannabis-Anbau wird Vertical Farming vor allem in großen, genehmigten Anlagen eingesetzt, meist mit vielen kleinen Pflanzen und kurzer Vegetationsphase, ähnlich der SOG-Methode. Für den privaten Eigenanbau mit höchstens drei Pflanzen je Erwachsenem ist das Prinzip kaum relevant. Im Kleinen findet es sich höchstens als Regal mit Anzuchtebene für Stecklinge über oder neben der Growbox wieder. Wie der Vertikalanbau in größerem Maßstab geplant wird, beschreibt der Ratgeber Vertical Farming Cannabis.





