Beim Screen of Green (SCROG) leitest du die Triebe deiner Pflanze durch ein waagerechtes Netz, bis sich ein gleichmäßiges Blätterdach bildet. Alle Blütenspitzen liegen dann auf einer Höhe und bekommen gleich viel Licht. Das Netz ist dabei das zentrale Werkzeug – hängt es zu tief, zu hoch oder durchgebogen, verschenkst du den Vorteil der Methode. Diese Anleitung zeigt, wie du es richtig spannst.

Wie SCROG grundsätzlich funktioniert und für welche Setups es sich lohnt, erklärt der Ratgeber SCROG-Methode für Cannabis.

Was du brauchst #

  • Ein SCROG-Netz aus Kunststoff oder elastischer Schnur, alternativ Gartenschnur oder Paracord zum Selbstknüpfen
  • Befestigungsmaterial: Kabelbinder, Klemmen für Growbox-Stangen oder Haken
  • Bei Boxen ohne passende Stangen: zusätzliche Querstangen oder Teleskopstangen
  • Maßband und Wasserwaage
  • Pflanzenclips oder weiche Bindedrähte für das spätere Einfädeln

Die richtige Maschenweite #

Die Maschen müssen groß genug sein, damit du Triebe mit der Hand durchführen kannst, und klein genug, damit sie Halt geben.

MaschenweiteVorteileNachteileGeeignet für
5 × 5 cmviele Stützpunkte, sehr gleichmäßiges BlätterdachEinfädeln ist fummelig, dichtes Laubkleine Boxen, viele dünne Triebe
8 × 8 cmguter Kompromiss–die meisten Growboxen
10 × 10 cmHände passen gut durch, einfaches Arbeitenweniger Stützpunktegroße Pflanzen, kräftige Triebe

Für die meisten Indoor-Grows ist eine Maschenweite von etwa 5 bis 10 cm die richtige Wahl. Im Zweifel greifst du zu 8 cm.

Die richtige Netzhöhe #

Die Netzhöhe entscheidet, wie viel Raum für die Blütenentwicklung bleibt. Gemessen wird ab der Oberfläche des Substrats:

  • 20 bis 30 cm über dem Topf als Richtwert für die meisten Setups
  • Niedriger (15 bis 20 cm) bei niedrigen Boxen oder stark streckenden Sorten
  • Höher (30 bis 40 cm) bei hohen Töpfen, großen Boxen oder wenn du unter dem Netz gut arbeiten willst

Wichtig ist der Abstand nach oben: Rechne mit einer Streckung von 50 bis 100 % nach der Umstellung auf 12/12. Über dem Netz sollten mindestens 30 bis 40 cm Platz für die Blüten plus der empfohlene Mindestabstand zur Lampe bleiben.

Schritt für Schritt: Das Netz spannen #

  1. Box leer vorbereiten

    Spanne das Netz idealerweise, bevor die Pflanzen groß sind, und stelle die Töpfe zum Befestigen kurz heraus, wenn es eng wird.

  2. Höhe markieren

    Miss an allen vier Ecken die geplante Netzhöhe ab Topfoberfläche plus Topfhöhe und markiere sie an den Stangen.

  3. Querstangen montieren

    Bringe an den Markierungen horizontale Stangen an oder nutze vorhandene Stangen in passender Höhe. Viele Growboxen haben dafür Eckverbinder.

  4. Netz an den Ecken fixieren

    Befestige zuerst die vier Ecken mit Kabelbindern oder Klemmen. So hängt das Netz schon in Form.

  5. Seiten spannen

    Fixiere anschließend die Seiten in Abständen von 10 bis 20 cm. Arbeite gegenüberliegend – erst links, dann rechts –, damit das Netz gleichmäßig straff wird.

  6. Mit der Wasserwaage prüfen

    Das Netz muss waagerecht hängen. Ein Gefälle führt zu ungleichmäßigem Blätterdach und unterschiedlichem Lichtabstand.

  7. Straffheit testen

    Drücke in der Mitte mit der flachen Hand auf das Netz. Es sollte nur wenige Zentimeter nachgeben. Durchhängende Netze werden später unter dem Gewicht der Blüten zum Problem.

Befestigungsmethoden im Vergleich #

MethodeVorteileNachteile
Kabelbinder an Growbox-Stangenschnell, günstig, sehr stabilbeim Abbau muss alles aufgeschnitten werden
Klemmen oder Hakenleicht verstellbar, wiederverwendbarkönnen unter Last verrutschen
Separater Rahmen (Holz, Rohr)Netz lässt sich samt Rahmen herausnehmenmehr Bauaufwand
Elastisches Netz mit Hakenspannt sich selbst nachweniger stabil bei schweren Blüten

Ein separater Rahmen, der auf Stützen über dem Topf steht, ist ideal für Grower mit nur einer Pflanze: Du kannst die Pflanze samt Netz aus der Box nehmen, etwa zum Gießen oder Kontrollieren.

Timing: Wann das Netz einziehen? #

Das Netz sollte hängen, bevor die Pflanze es erreicht. Ideal ist der Zeitpunkt nach dem Topping oder nach den ersten LST-Maßnahmen, wenn die Pflanze noch 10 bis 15 cm unter dem Netz ist.

Für den Ablauf gilt:

  1. Vegetative Phase

    Triebe wachsen durch die Maschen. Sobald ein Trieb etwa 5 bis 10 cm über das Netz ragt, führst du ihn waagerecht unter dem Netz in die nächste freie Masche. Dieses „Tucking“ wiederholst du alle ein bis zwei Tage.

  2. Umstellung auf Blüte

    Stelle auf 12/12 um, wenn etwa 70 bis 80 % der Netzfläche gefüllt sind. Die Streckung füllt den Rest.

  3. Erste zwei Blütewochen

    Weiter tucken, bis die Streckung nachlässt. Danach wachsen die Triebe senkrecht durch das Netz nach oben.

Das Einfädeln selbst beschreibt der Lexikoneintrag Leaf Tucking. Einen Überblick zum Abhaken bietet die Checkliste: SCROG-Netz perfekt füllen.

Typische Fehler beim Spannen #

  • Netz zu hoch: Die Pflanze braucht zu lange, um es zu füllen, und die Blüten kommen der Lampe zu nahe.
  • Netz zu tief: Unter dem Netz bleibt kein Platz zum Gießen und Entlauben.
  • Netz durchgebogen: Die Mitte hängt nach unten, die Blütenspitzen liegen auf unterschiedlichen Höhen.
  • Zu spät eingezogen: Die Triebe sind bereits zu hoch gewachsen und müssen stark gebogen werden, was sie verletzen kann.
  • Kein zweites Netz: Bei schweren Blüten hilft ein zweites Netz 20 bis 30 cm über dem ersten als Stütze.

Häufige Fragen #

Wie hoch sollte das SCROG-Netz hängen?

Als Richtwert 20 bis 30 cm über der Substratoberfläche. Entscheidend ist, dass über dem Netz genug Platz für die Blütenstreckung und den Mindestabstand zur Lampe bleibt.

Kann ich ein SCROG-Netz selbst knüpfen?

Ja. Mit Schnur oder Paracord und einem Holz- oder Stangenrahmen lässt sich ein Netz in beliebiger Größe herstellen. Wichtig ist, dass die Knoten fest sitzen und die Schnur sich unter Last nicht dehnt.

Funktioniert SCROG mit Autoflowers?

Eingeschränkt. Autoflowers haben eine kurze Wachstumsphase, sodass das Netz oft nicht vollständig gefüllt wird. Ein sanftes LST ohne Netz ist bei Autos meist die bessere Wahl.

Wie viele Pflanzen passen unter ein SCROG-Netz?

In einer Box mit 60 × 60 cm reichen oft eine bis zwei Pflanzen, in 100 × 100 cm zwei bis vier. Weniger Pflanzen brauchen eine längere Wachstumsphase, um das Netz zu füllen.