Beim SCROG (Screen of Green) ziehst du die Triebe unter einem horizontalen Netz in die Breite, bis ein ebenes Blätterdach entsteht. Jede Blütenspitze bekommt dann ähnlich viel Licht, und die Fläche unter der Lampe wird voll genutzt. Der Erfolg entscheidet sich in der Wachstumsphase: Wie gleichmäßig das Netz gefüllt ist, wenn du auf Blüte umstellst, bestimmt den Ertrag. Diese Checkliste begleitet dich durch die Füllphase. Die Methode selbst erklärt unser Ratgeber SCROG-Methode für Cannabis.
Vor dem Start: Netz und Pflanze #
- Netz stabil gespannt, es darf unter Last nicht durchhängen – Details in der Anleitung SCROG-Netz richtig spannen
- Maschenweite von etwa 5 × 5 cm bis 10 × 10 cm, kleinere Maschen für mehr Kontrolle
- Netzhöhe als Richtwert 20 bis 30 cm über der Substratoberfläche
- Ausreichend Abstand zwischen Netz und Lampe, damit der Stretch in der Blüte Platz hat (mindestens 40 bis 50 cm bei den meisten LED-Setups)
- Pflanze getoppt oder per LST breit gezogen, mit mehreren gleich starken Haupttrieben
- Pflanze gesund, gut bewurzelt und in einem ausreichend großen Topf
- Anzahl der Pflanzen passend zur Fläche: eine bis vier Pflanzen pro m², je nach Sorte und Wachstumszeit
Mit einer einzigen Pflanze lässt sich ein Netz von 1 m² füllen, es dauert aber länger. Mit zwei bis vier Pflanzen verkürzt sich die Wachstumsphase deutlich.
Tägliche Tucking-Routine #
Tucking bedeutet, Triebe, die über das Netz hinauswachsen, vorsichtig wieder darunter zu führen und in eine freie Masche zu lenken.
- Einmal täglich, am besten zur gleichen Zeit, alle Triebspitzen prüfen
- Triebe tucken, sobald sie 5 bis 8 cm über das Netz ragen
- Triebe immer vom Zentrum nach außen in freie Maschen führen
- Nur junge, biegsame Triebe umlenken, verholzte Stängel nicht knicken
- Triebe am späten Vormittag bearbeiten, wenn sie etwas weniger turgeszent und damit biegsamer sind
- Jede Masche möglichst nur mit einem Trieb belegen
- Große Fächerblätter, die Triebe beschatten, unter das Netz stecken oder behutsam entfernen – siehe Leaf Tucking
- Nach dem Tucking prüfen, ob keine Triebspitze gequetscht oder eingeklemmt ist
Gleichmäßigkeit prüfen #
- Blätterdach von der Seite betrachten: Alle Triebspitzen auf ähnlicher Höhe?
- Kräftige Triebe stärker umlenken, damit schwächere aufholen
- Mittelbereich nicht überfüllen, die Ränder und Ecken gezielt bespielen
- Lichtverteilung beachten: Bei vielen LEDs ist das Zentrum heller, die Ecken sind schwächer
- Pflanzen bei Bedarf drehen oder verschieben, bevor die Triebe fest im Netz verankert sind
Lücken vermeiden #
- Freie Maschen früh erkennen und benachbarte Triebe dorthin lenken
- Seitentriebe unterhalb des Netzes fördern, indem du Triebspitzen gezielt tuckst
- Einzelne Triebe ein weiteres Mal toppen, um in leeren Bereichen zwei neue Spitzen zu erzeugen
- Keine Triebe quer über mehrere Maschen spannen, das blockiert Platz
- Ecken nicht vergessen, dort entstehen die meisten Lücken
Flip-Zeitpunkt bestimmen #
Nach der Umstellung auf 12/12 Stunden Licht streckt sich Cannabis stark. Je nach Sorte wächst die Pflanze in den ersten zwei bis drei Wochen der Blüte noch um das 1,5- bis 2-Fache. Diesen Stretch musst du einrechnen.
| Füllgrad des Netzes | Empfehlung |
|---|---|
| unter 50 % | weiter wachsen lassen und tucken |
| 60 bis 80 % | idealer Flip-Zeitpunkt für die meisten Sorten |
| über 80 % | zügig umstellen, sonst wird das Netz überfüllt |
| stark sativalastige Sorte | eher bei 50 bis 60 % umstellen |
| kompakte, indicalastige Sorte | eher bei 70 bis 80 % umstellen |
- Füllgrad abschätzen: Wie viele Maschen sind mit einem Trieb belegt?
- Sortentyp und erwarteten Stretch berücksichtigen
- Pflanze vor dem Flip gesund und ohne Mangelsymptome
- Letzte Trainingsmaßnahmen wie Toppen spätestens eine Woche vor dem Flip abschließen
Mehr zum Umstellen liest du in der Checkliste vor dem Umstellen auf Blüte.
In der Stretch-Phase #
- Weiter täglich tucken, solange die Blüte noch nicht richtig angesetzt hat, typischerweise in den ersten 10 bis 14 Tagen
- Danach Triebe senkrecht durch das Netz wachsen lassen
- Keine Triebe mehr umlenken, die bereits Blüten angesetzt haben
- Kleine Triebe und Blätter unterhalb des Netzes entfernen (Lollipopping), da dort kaum Licht ankommt
- Luftbewegung unter dem Netz sicherstellen, um Schimmel vorzubeugen
Typische Fehler #
- Netz zu tief gespannt, dadurch kein Platz zum Tucken
- Netz zu hoch, Lampe und Blütenspitzen kommen sich zu nah
- Zu spät umgestellt, dadurch dichtes, schlecht belüftetes Blätterdach
- Tucking unregelmäßig, einzelne Triebe schießen davon
- Unterhalb des Netzes nicht ausgelichtet, viel Energie in schwache Seitentriebe
Häufige Fragen #
Wie hoch sollte das SCROG-Netz hängen?
Als Richtwert 20 bis 30 cm über der Substratoberfläche. Das lässt Platz für die unteren Triebe und genug Raum zwischen Netz und Lampe für den Stretch.
Wann stelle ich beim SCROG auf Blüte um?
Meist bei 60 bis 80 % Netzfüllung. Stark streckende Sorten stellst du früher um, kompakte Sorten etwas später.
Wie lange wird nach dem Flip noch getuckt?
Etwa 10 bis 14 Tage, solange sich die Pflanze noch deutlich streckt. Danach dürfen die Triebe senkrecht durch das Netz wachsen.
Kann ich SCROG mit Autoflowern machen?
Möglich, aber schwierig. Autoflower blühen nach festem Zeitplan und lassen dir kaum Zeit, das Netz zu füllen. Für sie ist LST ohne Netz meist die bessere Wahl.




