Indica und Sativa sind die zwei traditionellen Bezeichnungen für Cannabis-Typen, die sich vor allem in Wuchsform, Blattform, Blütedauer und Herkunftsregion unterscheiden. Botanisch ist die Einteilung umstritten; viele Fachleute sehen beide als Varietäten einer einzigen Art, Cannabis sativa.

Morphologische Unterschiede #

MerkmalIndica-TypSativa-Typ
Wuchskompakt, buschig, oft 60 bis 150 cm indoorhoch, gestreckt, starker Stretch
Blätterbreite, dunkle Blattfingerschmale, hellere Blattfinger
Internodienkurzlang
Blütedaueretwa 7 bis 9 Wochenetwa 10 bis 14 Wochen, teils länger
Blütendicht, kompaktlocker, länglich
HerkunftGebirgsregionen Zentralasienstropische und subtropische Regionen

Diese Merkmale beschreiben Extreme. Eine reine Indica oder Sativa findest du heute fast nur noch bei Landrassen.

Wirkungsprofile #

Traditionell wird Indica eine eher körperliche, Sativa eine eher anregende Wirkung zugeschrieben. Diese Zuordnung ist wissenschaftlich nicht haltbar: Die Wirkung hängt vom Cannabinoid- und Terpenprofil einer konkreten Pflanze ab, nicht von ihrer Blattform. Aussagekräftiger ist deshalb das Cannabinoid-Profil einer Sorte.

Moderne Hybride #

Fast alle heutigen Sorten sind Kreuzungen und werden als indica- oder sativadominant beschrieben. Viele sind stabilisierte Mehrfachkreuzungen, andere einfache Kreuzungen zweier Elternlinien, sogenannte F1-Hybride. Hinzu kommen Kreuzungen mit Ruderalis, aus denen Autoflower-Sorten entstehen.

Praxisbezug #

Für den Indoor-Grow ist die Einteilung vor allem bei der Planung nützlich: Indica-dominante Sorten passen gut in niedrige Growboxen und haben eine kürzere Blüte. Sativa-dominante Sorten strecken sich nach der Umstellung oft auf das Doppelte bis Dreifache und brauchen Platz nach oben sowie Training wie LST oder ScrOG. Achte bei dichten Indica-Blüten besonders auf niedrige Luftfeuchte in der späten Blüte, weil sie anfälliger für Schimmel sind.