Eine Landrace (deutsch: Landsorte oder Landrasse) ist eine Cannabis-Population, die über viele Generationen in einer bestimmten Region gewachsen ist und sich durch natürliche Auslese und traditionelle Nutzung an das dortige Klima angepasst hat, ohne gezielte moderne Kreuzungszucht.
Geografische Ursprünge #
Cannabis stammt vermutlich aus Zentral- und Ostasien und hat sich von dort mit dem Menschen verbreitet. Typische Landrace-Regionen sind:
- Hindukusch und Afghanistan: kompakte, harzreiche Pflanzen mit kurzer Blüte, Vorbild des klassischen Indica-Typs.
- Südostasien (etwa Thailand): hohe, schlanke Pflanzen mit sehr langer Blüte.
- Afrika (etwa Südafrika, Äthiopien): oft sativa-typisch, angepasst an warmes Klima.
- Mittel- und Südamerika (etwa Mexiko, Kolumbien): sativa-typische Formen mit langer Blütezeit.
Bekannte Namen, die auf Landraces zurückgehen, sind zum Beispiel Hindu Kush, Afghani, Durban Poison oder Acapulco Gold. Was heute unter diesen Namen verbreitet ist, ist allerdings oft schon züchterisch bearbeitet.
Wie rein ist die Genetik? #
Landraces gelten als „reine“ Genetik, weil sie nicht aus bewussten Kreuzungen verschiedener Linien stammen. Einheitlich sind sie trotzdem nicht: Innerhalb einer Landrace gibt es große Unterschiede, weil die Population breit gemischt ist. Anders als eine stabile Zuchtlinie liefert sie viele verschiedene Phänotypen. Zudem sind viele ursprüngliche Populationen durch eingeführte Hybride inzwischen vermischt.
Bedeutung für heutige Sorten #
Nahezu alle modernen Sorten gehen auf Kreuzungen von Landraces zurück. Die Einteilung in Indica und Sativa basiert ursprünglich auf den Wuchsformen solcher Landsorten. Züchter greifen auf sie zurück, um neue Eigenschaften einzukreuzen oder verloren gegangene Aromen zurückzuholen.
Praxisbezug #
Für den Indoor-Eigenanbau sind Landraces anspruchsvoll: Tropische Formen können sehr lange blühen und stark in die Höhe schießen, zudem wachsen sie uneinheitlich. Wer sie ausprobiert, sollte Platz, Geduld und Training einplanen und mit größeren Unterschieden zwischen einzelnen Pflanzen rechnen, was einem Pheno-Hunt ähnelt.




