Mainlining ist eine Trainingstechnik für Cannabis, bei der die Pflanze durch gezieltes Toppen und Herunterbinden zu einem symmetrischen Gerüst aus mehreren gleich starken Haupttrieben geformt wird, die alle von einem zentralen Knoten ausgehen. Die Methode ist auch unter dem Namen Manifold-Training bekannt, abgeleitet vom englischen Wort für Verteilerrohr.
Das Prinzip #
Normalerweise wächst Cannabis mit einem dominanten Haupttrieb, der die meisten Wachstumshormone bündelt. Dieses Verhalten heißt Apikaldominanz. Beim Mainlining wird diese Dominanz gebrochen und die Energie gleichmäßig auf mehrere Triebe verteilt. Weil alle Triebe denselben Ursprung und einen ähnlich langen Weg zu den Wurzeln haben, wachsen sie gleich hoch und bilden ähnlich große Blüten.
So läuft Mainlining ab #
Erster Schnitt
Die junge Pflanze wird über dem dritten bis fünften Knoten getoppt. Die unteren Triebe und Blätter unterhalb des gewählten Knotens werden entfernt.
Zwei Haupttriebe formen
Die beiden verbleibenden Seitentriebe werden waagrecht zur Seite gebunden. Das ist die Basis des „Verteilers“.
Weiter verzweigen
Jeder dieser Triebe wird erneut getoppt, sodass vier und später acht Haupttriebe entstehen.
Wachsen lassen
Die Triebe werden gleichmäßig im Kreis verteilt und wachsen dann senkrecht nach oben. Anschließend folgt die Umstellung auf die Blüte.
Für acht Haupttriebe brauchst du je nach Sorte etwa vier bis acht Wochen Wachstumsphase.
Vorteile und Grenzen #
Vorteile: gleichmäßiges, flaches Blätterdach, gut ausgeleuchtete Blüten ohne kleine Nebentriebe im Schatten, gute Luftzirkulation im Inneren der Pflanze und damit geringeres Schimmelrisiko.
Grenzen: längere Wachstumsphase, mehr Handarbeit und Stress durch mehrere Schnitte. Für Autoflower-Sorten eignet sich Mainlining nur bedingt, weil ihnen die Zeit zur Erholung fehlt.
Ob Mainlining mehr Ertrag bringt als andere Methoden, ist umstritten. Der Vorteil liegt eher in der Gleichmäßigkeit der Blüten als in der Gesamtmenge.
Einordnung #
Mainlining ist eine Kombination aus High-Stress-Training und LST. Es passt gut zum legalen Eigenanbau mit wenigen Pflanzen, weil es eine einzelne Pflanze optimal auf die Fläche verteilt. Kombiniert mit einem SCROG-Netz lässt sich das Blätterdach zusätzlich stabilisieren.




