LST steht für Low Stress Training und bezeichnet eine Trainingsmethode, bei der die Triebe einer Cannabispflanze sanft zur Seite gebogen und fixiert werden, ohne Gewebe zu verletzen. Ziel ist ein flaches, breites Blätterdach, in dem möglichst viele Triebspitzen auf gleicher Höhe Licht bekommen.
Einordnung #
Unbehandelt wächst Cannabis mit einem dominanten Haupttrieb, der die Seitentriebe beschattet – das Prinzip der Apikaldominanz. Wird der Haupttrieb waagerecht gebogen, verliert er seine Vorrangstellung, und die Seitentriebe wachsen nach oben. So entstehen mehrere gleichwertige Blütentriebe statt einer großen Hauptblüte mit vielen kleinen Nebenblüten.
Im Unterschied zum HST (High Stress Training) wird bei LST nichts abgeschnitten oder geknickt. Die Pflanze wächst deshalb ohne spürbare Pause weiter.
Praxisbezug #
- Material: Weicher, ummantelter Pflanzendraht, Gartenbindedraht mit Kunststoffhülle oder spezielle Pflanzenclips. Befestigt wird am Topfrand, an Haken oder an einem Netz.
- Beginn: Meist ab etwa dem vierten bis sechsten Nodium, wenn der Stängel noch biegsam ist.
- Vorgehen: Den Haupttrieb langsam in Richtung Topfrand biegen und fixieren. Nachwachsende Triebe werden alle paar Tage nachjustiert, damit das Blätterdach flach bleibt.
- Vorsicht: Nur so weit biegen, wie der Stängel ohne Knacken nachgibt. Draht nicht zu eng anlegen, damit er nicht einwächst.
- Ende: In den ersten ein bis zwei Blütewochen lässt sich noch nachjustieren, danach werden die Triebe steifer.
Weil LST kaum Stress verursacht, eignet es sich auch für Autoflower und für Einsteiger. Es lässt sich gut mit Topping oder einem SCROG-Netz kombinieren. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter LST bei Cannabis durchführen.



