HST steht für High Stress Training und bezeichnet Trainingsmethoden, bei denen die Cannabispflanze gezielt verletzt wird – durch Abschneiden, Quetschen oder Knicken von Trieben –, um ihre Wuchsform zu verändern und mehr gleich hohe Blütentriebe zu erzeugen.

Einordnung #

Cannabis wächst von Natur aus wie ein Weihnachtsbaum: Ein dominanter Haupttrieb überragt die Seitentriebe. HST bricht diese Dominanz auf. Die Pflanze reagiert auf die Verletzung mit einer Umverteilung ihrer Wachstumshormone und bildet mehr kräftige Seitentriebe. Das Gegenstück ist das sanfte Biegen und Fixieren beim LST (Low Stress Training), bei dem kein Gewebe verletzt wird.

Zu den bekanntesten HST-Techniken gehören:

TechnikWas passiert
ToppingDie Triebspitze wird abgeschnitten, zwei neue Haupttriebe entstehen
FimmingDie Spitze wird nur teilweise entfernt, mehrere neue Triebe können entstehen
SupercroppingEin Trieb wird gequetscht und geknickt, ohne ihn abzutrennen
MainliningMehrfaches Toppen zu einer symmetrischen Struktur
EntlaubenGezieltes Entfernen von Blättern, zählt im weiteren Sinn dazu

Details zu den wichtigsten Techniken findest du unter Topping und Supercropping.

Praxisbezug #

  • Zeitpunkt: HST gehört in die vegetative Phase. Die Pflanze sollte gesund sein und mindestens vier bis fünf Nodien haben. In der Blüte fehlt die Zeit zur Erholung.
  • Erholungszeit: Nach einem Eingriff braucht die Pflanze meist einige Tage bis etwa eine Woche, bevor sie wieder kräftig wächst. Plane die vegetative Phase entsprechend länger.
  • Nur gesunde Pflanzen: Pflanzen mit Mangel, Schädlingsbefall oder Hitzestress nicht zusätzlich stressen.
  • Autoflower: Bei Autoflowern ist HST umstritten, weil ihre Wachstumsphase fest begrenzt ist. Viele Grower setzen hier nur auf LST.

HST lässt sich gut mit LST und einem SCROG-Netz kombinieren. Wie die Methoden im Vergleich abschneiden, zeigt der Ratgeber Trainingstechniken im Vergleich.