Früher oder später braucht fast jeder Grow einen Wassertank. Im einfachsten Fall ist es ein Kanister, in dem Leitungswasser über Nacht absteht. In automatischen Bewässerungen versorgt ein Tank mehrere Pflanzen über Tage, und in Hydro-Systemen ist das Reservoir der Ort, an dem die Wurzeln ihre gesamte Nahrung beziehen. So unterschiedlich die Einsatzzwecke sind, die Grundregeln sind dieselben: ausreichend groß, lichtdicht, sauber und temperiert.
Welche Tanks gibt es im Grow? #
| Tanktyp | Inhalt | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Vorratstank | klares Wasser | Leitungswasser abstehen und temperieren lassen, Osmosewasser speichern |
| Gießtank | fertige Nährlösung | Nährlösung für einen oder mehrere Gießgänge vorbereiten |
| Bewässerungstank | Wasser oder Nährlösung | Versorgung von Tropfsystemen, Tonkegeln oder Pumpenbewässerung |
| Hydro-Reservoir | Nährlösung | DWC, RDWC, Ebbe-Flut und andere rezirkulierende Systeme |
Die richtige Größe berechnen #
Die Tankgröße richtet sich nach dem Wasserverbrauch deiner Pflanzen und danach, wie lange der Tank ohne Nachfüllen reichen soll. Der Verbrauch hängt stark von Pflanzengröße, Temperatur, Luftfeuchte und Licht ab. Als grobe Orientierung:
| Phase | Wasserverbrauch pro Pflanze und Tag (Richtwert) |
|---|---|
| Sämlinge und Stecklinge | 0,1 bis 0,3 Liter |
| Wachstumsphase | 0,5 bis 1,5 Liter |
| Blüte, große Pflanzen | 1,5 bis 4 Liter |
Rechenbeispiel: Drei Pflanzen in der Blüte verbrauchen zusammen etwa 6 Liter pro Tag. Soll der Tank eine Woche reichen, brauchst du rund 42 Liter plus eine Reserve von 20 bis 30 %, also einen Tank mit etwa 50 bis 60 Litern.
Miss den tatsächlichen Verbrauch deines Setups über einige Tage, indem du den Füllstand markierst. Das ist genauer als jede Tabelle.
Reservoirgröße in Hydro-Systemen #
In DWC und rezirkulierenden Systemen gilt: Je größer das Wasservolumen, desto stabiler bleiben pH, EC und Temperatur. Kleine Reservoirs reagieren schneller auf Verdunstung und Nährstoffaufnahme und müssen häufiger nachjustiert werden. Plane deshalb eher großzügig. Welche Punkte du wöchentlich prüfen solltest, fasst die Checkliste für das DWC-Reservoir zusammen.
Material und Bauform #
- Lichtdicht: Licht fördert Algenwachstum. Algen verbrauchen Sauerstoff, verstopfen Leitungen und bieten Krankheitserregern Nahrung. Verwende blickdichte, idealerweise schwarze oder dunkle Tanks oder umwickle transparente Behälter.
- Lebensmittelecht: Tanks aus lebensmittelechtem Polyethylen (PE oder HDPE) geben keine Weichmacher oder Schadstoffe ab.
- Deckel: Ein gut schließender Deckel hält Licht, Staub, Schädlinge und Verdunstung fern.
- Auslass am Boden: Ein Hahn oder Anschluss am unteren Rand erleichtert das Entleeren und den Anschluss von Schläuchen.
- Stabilität: 50 Liter Wasser wiegen 50 Kilogramm. Der Tank muss auf einem festen, belastbaren Untergrund stehen.
Temperatur der Nährlösung #
Die Temperatur des Wassers hat großen Einfluss auf die Wurzelgesundheit. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff lösen und fördert Keime wie Pythium.
- Richtwert: 18 bis 21 °C für Nährlösung und Gießwasser.
- Zu warm: Ab etwa 23 bis 24 °C steigt das Risiko für Wurzelfäule in Hydro-Systemen deutlich.
- Zu kalt: Unter etwa 16 °C verlangsamt sich die Nährstoffaufnahme, kaltes Gießwasser kann Wurzeln schocken.
Stelle den Tank außerhalb der warmen Growbox auf oder isoliere ihn. In heißen Sommern helfen gefrorene Wasserflaschen im Tank oder ein Wasserkühler bei größeren Hydro-Systemen. Im Winter kann ein Aquarienheizstab kaltes Wasser auf Temperatur bringen.
Sauerstoff und Umwälzung #
Nährlösung, die mehrere Tage im Tank steht, sollte bewegt und belüftet werden:
- Luftpumpe mit Luftstein: Reichert das Wasser mit Sauerstoff an und hält es in Bewegung. In DWC-Systemen unverzichtbar.
- Umwälzpumpe: Verhindert, dass sich Nährstoffe am Boden absetzen.
- Umrühren: Bei einfachen Gießtanks reicht es, vor jeder Entnahme gründlich umzurühren.
Nachfüllen und Wasserwechsel #
In rezirkulierenden Systemen verändert sich die Nährlösung ständig: Pflanzen nehmen Wasser und Nährstoffe in unterschiedlichen Mengen auf, der pH-Wert driftet, und es sammeln sich Stoffe an, die nicht verbraucht werden.
Täglich messen
pH, EC und Füllstand im Reservoir prüfen.
Mit schwacher Lösung nachfüllen
Verbrauchtes Volumen mit Wasser oder schwach dosierter Nährlösung auffüllen. Steigt der EC, nehmen die Pflanzen mehr Wasser als Nährstoffe auf, dann mit reinem Wasser nachfüllen.
pH korrigieren
Erst nach dem Nachfüllen und Umrühren einstellen.
Komplett wechseln
Die gesamte Nährlösung alle 7 bis 14 Tage verwerfen und neu ansetzen.
Reinigung #
Zwischen zwei Durchgängen und bei jedem Anzeichen von Algen oder Schleim sollte der Tank gründlich gereinigt werden.
- Tank vollständig entleeren und Ablagerungen mit Bürste und warmem Wasser entfernen.
- Pumpen, Luftsteine und Schläuche ebenfalls reinigen oder austauschen.
- Mit einem für Bewässerungssysteme geeigneten Reinigungsmittel desinfizieren und anschließend gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
- Tank vor dem Neubefüllen trocknen lassen.
Automatisierung und Sicherheit #
Ein Tank ist das Herzstück jeder automatischen Bewässerung, von Tonkegeln bis zur Pumpensteuerung. Wie du eine solche Anlage aufbaust, zeigt der Beitrag Tropfbewässerung im Grow einrichten. Für längere Abwesenheiten bietet der Beitrag Bewässerung im Urlaub sicherstellen weitere Lösungen.
Stelle Tanks immer in eine ausreichend große Auffangwanne und halte Steckdosen, Pumpen-Netzteile und Kabel oberhalb möglicher Wasserstände. Ein undichter Schlauch kann sonst schnell großen Schaden anrichten.
Ein Schwimmerschalter kann eine Pumpe abschalten, bevor sie trocken läuft, und ein Füllstandssensor meldet einen leeren Tank rechtzeitig per Smartphone.
Häufige Fragen #
Wie groß sollte ein Wassertank für die Growbox sein?
Das hängt von Pflanzenzahl, Phase und gewünschter Reichweite ab. Drei blühende Pflanzen brauchen für eine Woche als Richtwert 50 bis 60 Liter. Miss am besten den tatsächlichen Verbrauch deines Setups.
Warum bilden sich Algen in meinem Tank?
Algen entstehen durch Licht und Nährstoffe. Ein lichtdichter Tank mit Deckel und blickdichte Schläuche verhindern Algenwachstum weitgehend.
Wie oft sollte ich die Nährlösung wechseln?
In Hydro-Systemen alle 7 bis 14 Tage. Dazwischen wird verbrauchtes Volumen nachgefüllt und der pH-Wert täglich kontrolliert.
Darf der Tank in der Growbox stehen?
Möglich ist es, allerdings erwärmt sich das Wasser dort stärker, und der Tank nimmt Platz weg. Außerhalb der Box bleibt die Temperatur meist stabiler.

