Auf fast jedem Dünger stehen drei Zahlen, etwa 3-1-2 oder 1-3-4. Sie geben das NPK-Verhältnis an, also die Anteile von Stickstoff, Phosphor und Kalium. Wer diese Zahlen lesen kann, versteht, warum es Wachstums- und Blütedünger gibt, und kann Produkte sinnvoll vergleichen. Hier erfährst du, was hinter NPK steckt, welche Verhältnisse in den einzelnen Phasen üblich sind und wo die Grenzen der Kennzahl liegen.
Was bedeutet NPK? #
NPK steht für die chemischen Symbole der drei Hauptnährstoffe:
| Buchstabe | Nährstoff | Hauptaufgabe in der Pflanze |
|---|---|---|
| N | Stickstoff | Blattmasse, Chlorophyll, Eiweiße, Triebwachstum |
| P | Phosphor | Energiestoffwechsel, Wurzelbildung, Blütenbildung |
| K | Kalium | Wasserhaushalt, Enzymaktivität, Festigkeit, Blütenqualität |
Diese drei zählen zu den Makronährstoffen, weil die Pflanze sie in großen Mengen braucht. Daneben benötigt Cannabis sekundäre Makronährstoffe wie Calcium, Magnesium und Schwefel sowie Spurenelemente. Eine kompakte Definition findest du im Lexikon unter Was ist NPK beim Düngen?.
Wie liest man NPK auf dem Etikett? #
Die Zahlen geben den Massenanteil in Prozent an. Ein Dünger mit „NPK 6-2-4“ enthält also 6 % Stickstoff, 2 % Phosphat und 4 % Kaliumoxid.
Dabei gibt es zwei Details, die oft übersehen werden:
- Phosphor und Kalium werden als Oxide angegeben. Auf dem Etikett steht meist P₂O₅ (Phosphat) und K₂O (Kaliumoxid), nicht reiner Phosphor oder reines Kalium. Der tatsächliche Elementanteil ist niedriger: Reiner Phosphor macht etwa 44 % des P₂O₅-Werts aus, reines Kalium etwa 83 % des K₂O-Werts.
- Die Stickstoffform ist wichtig. Gute Etiketten schlüsseln Stickstoff auf, etwa in Nitrat-, Ammonium- und Harnstoff-Stickstoff. Nitrat wird schnell aufgenommen, Ammonium in größeren Mengen kann den pH im Wurzelraum senken.
Für den Vergleich von Düngern ist außerdem wichtig, ob es sich um ein Konzentrat handelt. Ein Dünger mit NPK 2-1-3 ist nicht automatisch schwächer als einer mit 8-4-12; entscheidend ist, wie viel du davon pro Liter Wasser einsetzt.
Was bedeutet ein Verhältnis wie 3:1:2? #
Das Verhältnis beschreibt die Nährstoffe im Verhältnis zueinander, unabhängig von der absoluten Menge. 3:1:2 heißt: dreimal so viel Stickstoff wie Phosphor und doppelt so viel Kalium wie Phosphor. Ein Dünger mit 6-2-4 und einer mit 3-1-2 haben also dasselbe Verhältnis, der erste ist nur doppelt so konzentriert.
3:1:2 ist ein klassisches Verhältnis für die Wachstumsphase: viel Stickstoff für Blattmasse und Triebe, dazu ausreichend Kalium und etwas Phosphor.
NPK in der Wachstumsphase #
In der vegetativen Phase baut die Pflanze Blätter, Triebe und Wurzeln auf. Der Stickstoffbedarf ist dann am höchsten.
- Typisches Verhältnis: etwa 3:1:2 bis 2:1:2
- Worauf achten: Stickstoff nicht übertreiben. Sehr dunkelgrüne, nach unten gekrallte Blätter deuten auf zu viel N hin.
- Sämlinge und frische Stecklinge: brauchen nur sehr wenig Dünger. In vorgedüngter Erde oft zwei bis drei Wochen gar keinen.
NPK in der Blütephase #
Mit der Umstellung auf 12 Stunden Licht beginnt der Stretch: Die Pflanze wächst in den ersten zwei bis drei Wochen noch deutlich in die Höhe. Danach verschiebt sich der Bedarf.
- Übergang (Stretch): Stickstoff noch moderat, Phosphor und Kalium steigen, etwa 2:2:3.
- Hauptblüte: Stickstoff deutlich reduzieren, Phosphor und vor allem Kalium im Vordergrund, etwa 1:2:3 bis 1:3:4.
- Späte Blüte: Viele Dünger fahren die Gesamtkonzentration herunter.
Wann und wie du den Wechsel konkret vornimmst, fasst die Checkliste Blütedünger-Umstellung zusammen.
Typische NPK-Verhältnisse im Überblick #
| Phase | Typisches Verhältnis (Richtwert) | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Sämling/Steckling | sehr schwach, ausgewogen | Wurzelbildung |
| Wachstum | 3:1:2 | Blattmasse, Triebe |
| Früher Stretch | 2:2:3 | Übergang |
| Hauptblüte | 1:2:3 bis 1:3:4 | Blütenaufbau |
| Späte Blüte | 0:1:2 bis 1:2:3, reduziert | Reife |
Diese Verhältnisse sind Orientierungswerte. Sorten, Substrate und Lichtintensität unterscheiden sich, und viele Hersteller gehen eigene Wege. Wichtig ist das Prinzip: erst mehr N, dann mehr P und K.
Mythos „viel Phosphor = große Blüten“ #
Lange galten extrem phosphorlastige Blütebooster als Geheimtipp. Heute ist klar: Cannabis braucht in der Blüte zwar mehr Phosphor als im Wachstum, aber deutlich weniger, als manche Booster liefern. Zu viel Phosphor kann die Aufnahme von Zink, Eisen und Calcium behindern. Kalium ist in der Blüte meist der wichtigere Nährstoff.
Grenzen der NPK-Zahl #
NPK sagt nichts über:
- Calcium, Magnesium und Schwefel, die in der Praxis oft der limitierende Faktor sind, besonders in Coco und bei weichem Wasser.
- Spurenelemente wie Eisen, Mangan oder Zink.
- Verfügbarkeit: Organische Dünger müssen erst von Bodenlebewesen umgesetzt werden. Ein organischer Dünger mit niedrigem NPK kann daher über längere Zeit gut versorgen.
- pH-Wert: Stimmt er nicht, nutzt das beste NPK-Verhältnis wenig, weil die Nährstoffe blockiert werden.
Ein vollständiges Düngeschema berücksichtigt deshalb mehr als nur drei Zahlen. Wie du eines aufbaust, zeigt die Anleitung Düngeschema für Cannabis erstellen.
Mangel und Überschuss erkennen #
| Nährstoff | Mangel | Überschuss |
|---|---|---|
| Stickstoff | ältere, untere Blätter werden gleichmäßig gelb | sehr dunkles Grün, Krallenblätter, weiche Triebe |
| Phosphor | dunkle, violett-bräunliche Flecken, langsames Wachstum | Blockade anderer Nährstoffe, v. a. Zink und Eisen |
| Kalium | braune, verbrannte Blattränder und -spitzen | Blockade von Calcium und Magnesium |
Häufige Fragen #
Welches NPK-Verhältnis brauche ich für Cannabis?
In der Wachstumsphase hat sich etwa 3:1:2 bewährt, in der Blüte verschiebt sich das Verhältnis Richtung 1:2:3 oder 1:3:4. Das sind Richtwerte; wichtiger als exakte Zahlen ist die Beobachtung der Pflanze.
Was bedeutet NPK 3:1:2?
Es bezeichnet einen Dünger mit dreimal so viel Stickstoff wie Phosphor und doppelt so viel Kalium wie Phosphor. Das Verhältnis ist typisch für Wachstumsdünger.
Ist ein Dünger mit höheren NPK-Zahlen besser?
Nein. Höhere Zahlen bedeuten nur eine höhere Konzentration. Entscheidend ist die richtige Dosierung pro Liter Wasser, die du am besten mit einem EC-Meter kontrollierst.
Brauche ich zusätzlich CalMag?
Häufig ja, vor allem in Coco, Hydro oder bei Osmose- und sehr weichem Leitungswasser. NPK-Dünger decken Calcium und Magnesium oft nicht ausreichend ab.
