Runoff (auch Drain oder Ablaufwasser) ist das überschüssige Wasser, das beim Gießen unten aus den Drainagelöchern eines Topfes austritt, nachdem das Substrat gesättigt ist.

Einordnung #

Runoff erfüllt zwei Aufgaben. Erstens verhindert er, dass sich Salze aus dem Dünger im Substrat anreichern: Mit dem Ablaufwasser werden überschüssige Nährsalze ausgespült. Zweitens ist er ein Messinstrument, denn das Wasser hat auf dem Weg durch den Topf Informationen über den Wurzelraum aufgenommen.

Wie viel Runoff? #

Üblich ist eine Angabe in Prozent der Gießmenge:

SubstratRunoff (Richtwert)
Erde0–15 %, bei organischer Düngung oft kaum oder kein Runoff
Kokos10–30 % pro Gießgang
Steinwolle und andere inerte Medien10–30 %

Bei 2 Litern Gießwasser und 20 % Runoff laufen also etwa 0,4 Liter unten heraus. In Kokos ist regelmäßiger Runoff wichtig, weil sich dort Salze schnell anreichern. In lebender Erde mit organischer Düngung spült zu viel Runoff dagegen Nährstoffe und Bodenleben aus.

Runoff messen und deuten #

Fange das Ablaufwasser in einem sauberen Untersetzer auf und miss pH- und EC-Wert. Verglichen wird mit den Werten des Gießwassers:

  • Runoff-EC deutlich höher als Input-EC: Salze reichern sich an. Düngerstärke senken oder etwas mehr Runoff geben.
  • Runoff-EC deutlich niedriger: Die Pflanze nimmt viel auf, die Düngerstärke kann eventuell leicht steigen.
  • Runoff-pH weicht stark ab: Hinweis auf pH-Drift im Substrat, der die Nährstoffaufnahme stören kann.

Einzelmessungen schwanken; aussagekräftig ist vor allem der Trend über mehrere Gießgänge. Die Logik hinter Düngerstärke und Drain erklärt der Ratgeber Dünger richtig dosieren mit EC- und Drain-Logik. Was der EC-Wert überhaupt misst, steht im Eintrag Was bedeutet EC?.

Wie du Gießrhythmus und Menge insgesamt planst, zeigt der Ratgeber Gießen in der Growbox.