Fimming ist eine Trainingstechnik, bei der rund drei Viertel des jüngsten Austriebs an der Spitze eines Triebs abgeschnitten werden, sodass aus dem verbleibenden Gewebe mehrere neue Triebspitzen wachsen.

Herkunft des Namens #

Der Begriff leitet sich von der englischen Abkürzung FIM ab. Der Überlieferung nach entstand die Technik aus einem missglückten Topping-Schnitt, bei dem die Spitze nicht vollständig entfernt wurde und überraschend mehrere neue Triebe wuchsen. Die Abkürzung steht für einen derben englischen Ausruf, der sinngemäß „daneben geschnitten“ bedeutet.

Einordnung #

Fimming gehört zu den High-Stress-Techniken, ist aber vergleichsweise mild. Wie das Topping hebt es die Apikaldominanz auf: Die Pflanze konzentriert ihr Wachstum nicht mehr auf einen einzigen Haupttrieb, sondern verteilt es auf mehrere Spitzen.

MerkmalFimmingTopping
SchnittTeil des jüngsten Austriebskompletter Haupttrieb über einem Knoten
Ergebnismeist 2 bis 4 neue Spitzen2 neue Spitzen
Planbarkeitgeringhoch
Erholungwenige Tageetwa eine Woche

Praxisbezug #

Fimming wird in der Wachstumsphase angewendet, typischerweise wenn die Pflanze vier bis sechs Blattknoten hat. Es eignet sich für Grower, die mit wenig Aufwand eine breite, buschige Pflanze mit vielen Blütenspitzen erreichen möchten, etwa für einen SCROG. Wer symmetrische Pflanzen braucht, wählt eher Topping. In der Blüte sollte nicht mehr gefimmt werden, weil die Pflanze dann keine Zeit mehr hat, die neuen Triebe auszubilden.

Oft wird Fimming mit Low Stress Training kombiniert: Die neuen, ungleich starken Triebe werden heruntergebogen, bis alle Spitzen auf einer Höhe liegen.

Zeitpunkt, Schnittführung und Nachsorge im Detail zeigt die Anleitung: Fimming bei Cannabis durchführen.

Häufige Fragen #

Ist Fimming besser als Topping?

Keine der beiden Techniken ist grundsätzlich besser. Fimming bringt potenziell mehr Spitzen bei weniger Stress, Topping liefert ein berechenbareres Ergebnis.

Kann man Autoflowers fimmen?

Möglich, aber riskant, weil Autoflowers nur eine kurze Wachstumsphase haben. Wenn überhaupt, dann nur bei kräftigen Pflanzen in der dritten Woche.