Wer eine LED für die Growbox sucht, landet schnell bei zwei Bauformen: COB-LEDs mit wenigen, sehr hellen Lichtpunkten und Quantum Boards mit Hunderten kleiner Dioden auf einer flachen Platine. Beide können hervorragende Ergebnisse liefern. Sie unterscheiden sich aber darin, wie das Licht auf die Pflanzen trifft, wie die Wärme abgeführt wird und wie gut sie zu einer bestimmten Boxgröße passen.
COB-Technologie erklärt #
COB steht für Chip on Board. Dabei sitzen viele LED-Chips dicht gepackt auf einem gemeinsamen Träger und bilden eine runde, gelbliche Leuchtfläche von wenigen Zentimetern Durchmesser. Jeder COB ist ein sehr starker Punktstrahler.
Typische Eigenschaften:
- Hohe Leistungsdichte: Viel Licht auf kleiner Fläche.
- Punktförmige Lichtquelle: Das Licht kommt aus wenigen Punkten, oft mit Reflektor oder Linse gebündelt.
- Aktive oder große passive Kühlung: Die Wärme konzentriert sich auf eine kleine Fläche, deshalb brauchen COBs große Kühlkörper oder Lüfter.
- Gute Eindringtiefe: Gebündeltes Licht dringt tiefer ins Blätterdach ein, vor allem direkt unter dem COB.
COBs waren einige Jahre besonders bei Selbstbauern beliebt, weil sich damit individuelle Leuchten zusammenstellen ließen.
Quantum-Board-Technologie erklärt #
Ein Quantum Board ist eine flache Platine, auf der viele kleine Mittelleistungs-LEDs, sogenannte SMD-Dioden, gleichmäßig verteilt sind. Die Platine dient zugleich als Kühlfläche, oft auf einem Aluminiumrahmen. Was genau dahintersteckt, erklärt der Lexikoneintrag Was ist ein Quantum Board?.
Typische Eigenschaften:
- Flächige Lichtquelle: Das Licht kommt von einer großen Fläche und verteilt sich gleichmäßig.
- Hohe Effizienz: Viele Dioden werden unterhalb ihrer Maximalleistung betrieben, was den Wirkungsgrad erhöht.
- Passive Kühlung: Die Wärme verteilt sich über die ganze Platine, Lüfter sind meist nicht nötig.
- Flache Bauform: Gut geeignet für niedrige Growboxen.
Quantum Boards und ihre Weiterentwicklungen in Form von Leisten-LEDs (Bar-Designs) sind heute die verbreitetste Bauform im Heim-Grow.
Der Vergleich auf einen Blick #
| Kriterium | COB LED | Quantum Board |
|---|---|---|
| Aufbau | wenige starke Punktstrahler | viele kleine Dioden auf einer Fläche |
| Lichtverteilung | konzentriert, Hotspots möglich | sehr gleichmäßig |
| Eindringtiefe | hoch unter dem Lichtpunkt | gut, bei Leisten-Designs sehr gut |
| Effizienz (µmol/J) | gut | meist höher |
| Wärme | punktuell, braucht große Kühlkörper oder Lüfter | flächig verteilt, passiv gekühlt |
| Geräusch | leise bis hörbar bei Lüftern | lautlos |
| Bauhöhe | höher durch Kühlkörper | flach |
| Mindestabstand zur Pflanze | eher größer | eher kleiner |
| Typischer Einsatz | hohe Boxen, DIY, Zusatzlicht | Standard für Growboxen jeder Größe |
Lichtverteilung und Effizienz #
Der wichtigste Unterschied liegt in der Verteilung. Ein COB erzeugt direkt darunter eine sehr hohe PPFD, die zu den Rändern hin abfällt. Damit das Licht gleichmäßig wird, braucht man mehrere COBs, einen passenden Abstand oder Reflektoren. Ein Quantum Board liefert von Haus aus eine flachere Verteilung, die Ränder der Box werden besser mit versorgt.
Bei der Effizienz haben Quantum Boards meist die Nase vorn. Mittelleistungs-Dioden, die sanft betrieben werden, wandeln einen größeren Teil der Energie in nutzbares Licht um. Moderne Leuchten beider Bauarten liegen allerdings nah beieinander. Wichtiger als die Bauform ist, dass der Hersteller nachvollziehbare Werte für Leistungsaufnahme, PPF und Wirkungsgrad in µmol/J angibt.
Wärmeentwicklung im Vergleich #
Beide Bauformen erzeugen bei gleicher Leistungsaufnahme ungefähr gleich viel Wärme, denn was nicht als Licht abgegeben wird, wird zu Wärme. Der Unterschied liegt in der Verteilung:
- COB: Die Wärme entsteht auf kleiner Fläche und muss über massive Kühlkörper oder Lüfter abgeführt werden. Direkt unter dem Lichtpunkt kann es an den Pflanzenspitzen wärmer werden.
- Quantum Board: Die Wärme verteilt sich über die gesamte Platine und steigt nach oben ab. Die Blattoberflächen werden gleichmäßiger erwärmt.
Für kleine Boxen mit begrenztem Luftvolumen sind flächig gekühlte Leuchten meist unkomplizierter.
Eindringtiefe: Mythos und Realität #
COBs wird oft eine bessere Eindringtiefe nachgesagt. Das stimmt teilweise: Gebündeltes Licht aus einer starken Quelle verliert mit dem Abstand langsamer an Intensität als flächiges Licht. In der Praxis ist die Eindringtiefe aber stärker von Gesamtleistung, Abstand und einem ebenen Blätterdach abhängig. Mit Training und Entlauben erreichen beide Bauformen die unteren Bereiche gut.
Welche Technologie passt zu dir? #
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Einsteiger, Growbox 60 x 60 bis 100 x 100 cm | Quantum Board oder Leisten-LED |
| Niedrige Box oder Schrank | Quantum Board, flache Bauform |
| Hohe Box, große Pflanzen ohne Training | COB oder Leisten-LED mit hoher Leistung |
| Selbstbau und Experimente | COB oder einzelne LED-Streifen |
| Zusatzlicht für bestehende Leuchte | COB als gezielter Spot oder Seitenlicht |
Für die meisten Heim-Grower ist ein Quantum Board oder eine Leisten-LED die bessere Wahl: gleichmäßiges Licht, hohe Effizienz, keine Lüfter und einfache Handhabung. Wie viel Leistung du für deine Fläche brauchst, zeigt der Beitrag LED-Watt für deine Growbox.
Häufige Fragen #
Ist ein Quantum Board besser als COB?
Für die meisten Growboxen ja, weil es das Licht gleichmäßiger verteilt, meist effizienter ist und passiv gekühlt wird. COBs haben Vorteile bei punktgenauer Beleuchtung, hohen Räumen und im Selbstbau.
Welchen Abstand brauchen COB und Quantum Board?
Das hängt von Leistung und Hersteller ab. Als grober Richtwert liegen Quantum Boards in der Blüte oft bei 30 bis 45 cm Abstand, COBs eher etwas höher. Maßgeblich sind die Herstellerangaben und die gemessene PPFD. Wie du den Abstand ermittelst, erklärt die Anleitung LED-Abstand optimal einstellen.
Welche Grow-LED ist die beste für die Growbox?
Es gibt keine pauschal beste Lampe. Entscheidend sind eine zur Fläche passende Leistungsaufnahme, ein hoher Wirkungsgrad in µmol/J, eine gleichmäßige Lichtverteilung und ein Vollspektrum. Diese Kriterien sind wichtiger als die Bauform.
Sind COB-LEDs veraltet?
Nicht veraltet, aber seltener geworden. Viele Hersteller setzen inzwischen auf Mittelleistungs-Dioden in Board- oder Leistenform, weil sie effizient und einfach zu kühlen sind. COBs sind weiterhin im Selbstbau und als Zusatzlicht verbreitet.
Fazit #
COB und Quantum Board sind zwei Wege zum selben Ziel. COBs bündeln Licht und eignen sich für hohe Räume und Selbstbau, Quantum Boards verteilen es gleichmäßig, arbeiten effizient und leise. Für die typische Growbox ist das Quantum Board oder eine Leisten-LED die unkompliziertere Wahl.



